Ausgabe April 2010

Halbierte Moderne ?

In der März-Ausgabe der „Blätter“ dokumentierten wir den Gründungsaufruf des „Instituts solidarische Moderne“. Wo aber liegen dessen Stärken und Schwächen – und seine blinden Flecken?

Ende Januar traten die Initiatoren des „Instituts Solidarische Moderne“ mit einem Gründungsaufruf an die Öffentlichkeit.[1] Das Bündnis besteht neben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Publizistinnen und Publizisten vor allem aus Politikerinnen und Politikern der SPD, der Grünen und der Linkspartei. Es handelt sich um den ersten öffentlich vollzogenen Brückenschlag zwischen den derzeitigen Oppositionsparteien im Bundestag. Schon deshalb verdient die Initiative Aufmerksamkeit und Unterstützung. Eine Alternative zur marktorthodoxen Umverteilung und Zerstörung hat in absehbarer Zeit, jedenfalls auf Bundesebene, nur im Zusammenwirken dieser Parteien eine Chance. Andere rechnerisch mögliche Mehrheiten, wie sie sich derzeit in einigen Bundesländern gefunden haben, mögen für einzelne Projekte, wie etwa die Schulpolitik, ihren Reiz haben und deshalb die Phantasie beflügeln; doch die Grundausrichtung neoliberalen Umbaus bleibt davon unberührt. Umso wichtiger ist die nunmehr geschlossene Allianz.

Der Aufruf lädt zur Mitgestaltung ein. Ob dies gelingt, hängt nicht zuletzt von seinem Inhalt ab. Hier kommen Zweifel auf.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

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