Ausgabe Juli 2010

Vom Klassenkampf zum Korporatismus

Gewerkschaften im Rheinischen Kapitalismus a. D.

Mit Kurswechsel aus der Krise“ überschrieb der gewerkschaftliche Info-Service „Einblick“ einen Bericht über die gesellschaftspolitische Diskussion auf dem DGB-Bundeskongress, der Mitte Mai in Berlin stattfand. Als Aufhänger diente ein programmatischer Beitrag des IG-Metall-Vorsitzenden Berthold Huber, den er kurz zuvor unter dem Titel „Kurswechsel für Deutschland“ als Buch veröffentlicht hatte. In ihm geht es um die Regulierung der Finanzmärkte und die Stärkung des Sozialstaats, in Hubers Worten: um eine Wirtschaftsordnung, die „demokratisch, fair, sozial und ökologisch nachhaltig ist“.[1] Huber spricht vom Kurswechsel, nicht vom Systemwechsel. Sein nachdrückliches Plädoyer für eine Abkehr von den Doktrinen neoliberaler und finanzmarktgetriebener Wirtschaft verbindet sich mit einem gewerkschaftlichen Pragmatismus, der durch Reformen eine „demokratische, ökologische und nachhaltige Wirtschaftsordnung“ anstrebt. Damit formuliert der IGM-Vorsitzende ein Desiderat, das die Diskussion über die Neudefinition der sozialen Marktwirtschaft durchaus bereichern kann.

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Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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