Ausgabe September 2010

Bauernopfer Pakistan

Ob das Hochwasser schafft, wozu die politische Vernunft bisher nicht reichte? Ob die Katastrophe endlich unseren blinden Fleck namens Pakistan beseitigt? Es sieht nicht danach aus. Viel spricht dagegen dafür, dass Europa bald wieder zu seiner Politik der Vernachlässigung gegenüber Pakistan zurückkehren wird.

Klug wäre das allerdings nicht. In Pakistan leben etwa so viele Menschen wie in Spanien, Frankreich und Deutschland zusammen. Das Land ist extrem heterogen; es verfügt über eine Vielzahl an Sprachen, ethnischen Identitäten und religiösen Orientierungen und ist seit ein oder zwei Generationen höchst fragil: Seit Jahren steht es regelmäßig auf Platz 9 oder 10 der Liste „Gescheiterter Staaten“, 2010 sogar nur vier Plätze hinter dem kriegsgeplagten Afghanistan und noch einen vor Haiti. Und das war der Stand vor der Flutkatastrophe.

Millionen pakistanischer Migranten leben im Westen, etwa in Großbritannien und Kanada – und dass die lokalen Krisen zu Gewaltexport führen können, haben die Terroranschläge in Großbritannien demonstriert.

Nicht übersehen werden sollte schließlich der Status Pakistans als Atommacht: Das Land verfügt bereits heute über 60 bis 80 einsatzfähige Atomsprengköpfe und jedes Jahr kommen neue hinzu.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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