Ausgabe Juni 2011

Von Kairo bis Damaskus: Die Rückkehr des Volkes

Wenn es darum ging, Arabien von ausländischem, vorwiegend westlichem Einfluss zu befreien, tat Hafis al-Assad, Begründer der alewitischen Herrschaft[1] über Syrien und Vater des heutigen Präsidenten Baschar al-Assad, gerne einen Griff in die Geschichte. Er erinnerte an die Schlacht von Hattin, in welcher der große arabische Politiker und Heerführer Salah el-Din im Jahr 1187 die Kreuzfahrer entscheidend geschlagen hatte. Eines Tages, so prophezeite Hafis al-Assad, würden sich die Völker Arabiens erheben und – ganz nach dem Vorbild Salah el-Dins – die westliche Kolonialherrschaft abschütteln.

Getreu dem historischen Vorbild haben die Assads den politischen Widerstand gegen das gelegentlich von ihnen mit den Kreuzfahrerstaaten verglichene Israel aufrechterhalten und diesen Widerstand auch als Legitimation ihrer totalitären Herrschaft angeführt. Bei den Syrern hatte ihre Familiendynastie damit durchaus einigen Erfolg, jedenfalls eine Reihe von Jahren. Doch schließlich unterlagen die Assads einer doppelten Fehlkalkulation. Wenn sie, erstens, von den Völkern sprachen, die sich gegen die Fremdherrschaft erheben würden, meinten sie ihre eigenen totalitären Herrschaftscliquen.

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