Ausgabe März 2011

Die Feigheit der Frauen

Wie kaum ein anderes frauenpolitisches Buch der jüngeren Zeit hat Bascha Mikas soeben im C. Bertelsmann Verlag veröffentlichte Streitschrift „Die Feigheit der Frauen. Rollenfallen und Geiselmentalität“ zu hitzigen Diskussion geführt. Anlässlich des sich am 8. März zum 100. Mal jährenden Internationalen Frauentags präsentieren wir daher, als Beginn einer Debatte in den „Blättern“, das nahezu ungekürzte Eingangskapitel mit den zentralen Thesen der langjährigen Chefredakteurin der „taz“. In der nächsten Ausgabe folgt eine Erwiderung von Sabine Hark und Paula-Irene Villa. – D. Red.

Sie heißt Eva. Eva hat einen Mann, zwei Kinder, einen mittelgroßen Hund und einen mittelkleinen Garten am Reihenendhaus. Ab halb sieben läuft ihr Programm: Eine schnelle Tasse Kaffee mit ihrem Rainer, Frühstück für Kinder und Hund, Charlotte und Max in die Schule gebracht, eingekauft, aufgeräumt, Essen vorbereitet, danach ist schon wieder Zeit, die Kinder zu holen. Der Einkauf, der Garten, ihre Pilates-Gruppe, der Lauf-Treff. Zweimal in der Woche geht Max zum Fußball, Charlotte zum Judo, beide haben Klavierstunden. Hinfahren, abholen, zu Freunden bringen. Die Hausaufgaben, Elternsprechtage, Kindergeburtstage. So sieht es aus bei Eva. Sie ist zufrieden – sagt sie. Da sind ihr Mann, die Kinder, das Haus...

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (9.50€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Kundgebung/Menschenkette um den Kölner Dom Frauen-Initiative Maria 2.0

Bild: imago images / Herbert Bucco

Maria 2.0: Götterdämmerung auf Katholisch

von Britta Baas

Die Initiative Maria 2.0 will in der katholischen Kirche das Unterste zu oberst kehren. Die Aktivistinnen wissen: An der Frauenfrage hängt die Reform der Kirche. Und ihre Lösung bedeutet den Untergang der alten katholischen Welt – und markiert den Aufbruch in eine neue Zeit.

Bild: imago images / Independent Photo Agency Int.

Sardinen gegen Salvini: Protest auf Italienisch

von Andrea Affaticati

Mit diesem Sardinenschwarm, der von Tag zu Tag größer wird und sich von Nord nach Süd über ganz Italien erstreckt, hatte niemand gerechnet. Und schon gar nicht die Politiker. Seit Jahren gab es kein Aufbäumen mehr in der Zivilgesellschaft, als sei diese in Schockstarre verfallen.

Alte Macht, junge Revolte: Afrikas dritte Protestwelle

Bild: imago images / Kyodo News

Alte Macht, junge Revolte: Afrikas dritte Protestwelle

von Julia Schweers

Ob in Hongkong, Lateinamerika oder dem Mittleren Osten – überall begehren vor allem junge Menschen gegen ihre Regierungen auf. Weniger Beachtung findet dagegen die Tatsache, dass auch in Afrika der Frust der Jugendlichen immer stärker wächst.

Bild: imago images / Xinhua

Libanon: Revolution gegen den Kollaps

von Inga Hofmann

Es ist ein Aufruhr von unten: Gut sechs Millionen Menschen leben im Libanon. Rund ein Viertel von ihnen geht seit Mitte Oktober Abend für Abend auf die Straße. Proteste dieser Größenordnung gab es zuletzt im Jahr 2005, als Hunderttausende den Rückzug der Besatzungsmacht Syrien verlangten.