Ausgabe Mai 2011

Fukushima, mon horreur

Mit ökonomischer Rationalität in die Katastrophe

„Wenn alles verstrahlt ist, hilft auch kein Mindestlohn“, kommentierte der Co-Vorsitzende der Linkspartei, Klaus Ernst, das gute Abschneiden der Grünen und die Misserfolge der Linkspartei bei den jüngsten Landtagswahlen Ende März 2011. In der Tat: Die Katastrophe von Fukushima hat politische Konzepte und Strategien nicht nur in Japan obsolet gemacht. Selbst die Weltwirtschaftskrise, die ja weiter höchst virulent ist und inzwischen schon so manchen Staat an den Rand der Pleite und den Euroraum fast zum Kollaps brachte, hat weniger drastisch zum Ausdruck gebracht, was Globalisierung konkret bedeutet, als das nukleare Desaster im 9000 Kilometer entfernten Japan.

Die Globalisierung und vor allem ihr Symbol und Vehikel, der Container, sind dafür verantwortlich, dass bereits jetzt radioaktives Material aus Japan in alle Welt verstreut wird. Müssen nun nach der Lockerung von Zoll- und Personenkontrollen neue Radioaktivitätskontrollen eingeführt werden, nach der (Neo-)Liberalisierung der Finanztransaktionen, trotz intensiver Migration, trotz Kulturaustausch, Internet und Mobiltelefon, trotz der vielen formellen und informellen Meetings im Rahmen der G 8, der G 20 usw.

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