Ausgabe Januar 2012

Die vierte Moschee

In einem Londoner Antiquariat machte der Sinologe und Pulitzer-Preisträger Ian Johnson im Jahr 2003 eine Entdeckung. Auf einer Weltkarte des Islam war neben der Großen Moschee in Mekka, dem Felsendom in Jerusalem und der Blauen Moschee in Istanbul eine weitere Moschee verzeichnet. Diese „vierte Moschee“ liegt in München. Warum aber ausgerechnet dort?

Johnson begab sich auf eine Spurensuche, um das Geheimnis der „vierten Moschee“ zu lüften. Seine ersten Rechercheergebnisse zum Islam in Europa veröffentlichte er bereits am 12. Juli 2005 im „Wall Street Journal“; seine Studie „A Mosque in Munich“ erschien 2010 im US-amerikanischen Verlag Houghton Mifflin Harcourt. Sie liegt nun unter dem Titel „Die vierte Moschee“ auch in deutscher Übersetzung vor. Darin fächert Johnson das ganze Panorama der Verbindungen zwischen Nazis, Kollaborateuren des NS-Regimes, US-Geheimdiensten, deutschen Geheimdiensten und islamistischen Organisationen – insbesondere der Muslimbruderschaft – auf.

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In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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