Ausgabe Mai 2013

Syrien und die iranisch-israelische Koalition

In Syrien liefern sich Rebellen und Regierungstruppen weiterhin heftige Kämpfe. Schätzungen zufolge sind dem Konflikt inzwischen mehr als 70 000 Menschen zum Opfer gefallen.[1] Ein Ende der Gewalt ist nicht abzusehen – im Gegenteil: Obwohl wiederholt der Fall des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad vorhergesagt wurde, scheint dieser seine Macht derzeit sogar noch festigen zu können.

Dafür ist auch der geringe internationale Druck auf das Assad-Regime verantwortlich. Besonders die Europäische Union und die Vereinigten Staaten zeigen sich zurückhaltend. Aber mehr noch: Iran, Israel und Russland wollen – aus je unterschiedlichen Motiven, aber dennoch in einer singulären faktischen Allianz – einen Sturz Assads sogar um jeden Preis verhindern. Die einzige Ausnahme im Chor der Umsturzskeptiker oder -gegner bildet die Türkei: Sie unterstützt unverhohlen die syrischen Rebellen. Ein Regimewechsel in Damaskus würde, so die Hoffnung der Regierung Erdogan, die türkische Vorherrschaft im Nahen und Mittleren Osten festigen.

Die Europäische Union hat Syrien mit einer Vielzahl von Sanktionen belegt, unter anderem einem Waffen-Embargo sowie Maßnahmen gegen den syrischen Finanzsektor; einige ihrer Mitgliedstaaten unterstützen die syrische Opposition auch diplomatisch, durch Initiativen im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (9.50€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe August 2020

In der Augustausgabe beleuchtet Masha Gessen die clanartigen Strukturen von Trumps Mafia-Staat. Michael Tomasky sieht den designierten Präsidentschaftskandidaten Joe Biden auf dem Weg nach links – und erkennt bei dem US-Demokraten gar rooseveltsche Ambitionen. Wieslaw Jurczenko analysiert die Ursachen des Wirecard-Desasters und damit das Totalversagen der deutschen Finanzaufsicht. Raul Zelik fordert, die Eigentumsverhältnisse wieder in den Blick zu nehmen, um so den Sozialismusbegriff wiederzubeleben. Und Klaus Vieweg befreit Hegel, der vor knapp 250 Jahren geboren wurde, vom Totalitarismusverdacht.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Iran: Das geopolitische Erdbeben

von Franziska Fluhr

Noch im Januar beherrschte der USA-Iran-Konflikt die Überschriften der internationalen Berichterstattung. Nun aber ist der Konflikt durch die Corona-Pandemie nahezu vollständig von der Bildfläche verschwunden. Daraus zu schließen, die Auseinandersetzungen hätten sich beruhigt, wäre nicht nur naiv, sondern auch fatal. Denn das Gegenteil ist der Fall.