Ausgabe Juli 2014

China: Der neue Seehegemon

Unaufhaltsam strebt das Riesenreich China nach Hegemonie in Ost- und Südostasien – und das nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch: Chinas Verteidigungshaushalt verzeichnet derzeit die höchsten Zuwachsraten aller Industriestaaten. Schon allein aufgrund seiner dominierenden Größe droht das Land, alle Widerstände, die sich ihm in der Region entgegenstellen, einfach niederzuwalzen.

Lange schien es, als beschreite China diesen Weg allein. Doch ausgerechnet die Ukraine-Krise treibt China nun einen neuen Verbündeten in die Arme: Russland. Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich mit seiner Ukraine-Politik in eine Isolation hineinmanövriert, in der Russland seine Absatzmärkte für Energie und die für die Modernisierung dringend benötigten Investitionen aus westlichen Industrieländern zu verlieren droht. Dies hat den russischen Präsidenten nun verstärkt die Nähe zur chinesischen Führung suchen lassen. Dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping kommt diese Annäherung sehr gelegen – aus strategischen Gründen, aber auch, weil China immer auf der Suche nach neuen Energiequellen ist. Bei seinem Besuch in Schanghai im Mai anlässlich eines asiatischen Sicherheitsgipfels einigten sich Putin und Xi Jinping nach zehnjährigen Verhandlungen überraschend auf einen 400 Mrd.

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In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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Ich fühle mich sehr geehrt, die diesjährige „Arthur Miller Freedom to Write Lecture“ des PEN America halten zu dürfen. Hätten Arthur Miller und ich derselben Generation angehört und wäre ich US-Bürgerin gewesen, so wären wir uns wohl bei einer Vorladung vor das Komitee für unamerikanische Umtriebe in die Arme gelaufen.