Ausgabe Januar 2015

Starkes schwaches China

Während sich Deutschland des Mauerfalls vor 25 Jahren erinnerte, fanden – wie schon vor fünf Jahren – die historischen Ereignisse der Zukunft in der Pazifikregion statt. Vom 10. bis 12. November versammelten sich die politischen Führer zum APEC-Gipfel (Asia Pacific Economic Cooperation) in Peking. Dem langjährigen Weltbank-Ländervergleich zufolge löste China 2014 die USA als größte Volkswirtschaft der Welt ab (auch wenn die Pro-Kopf-Kaufkraft der Chinesen weit niedriger ist als die der US-Amerikaner).[1] Solche Zahlen bestärken die Führung der Volksrepublik und ihren starken Mann Xi Jinping, sich der Welt als Land der Superlative zu präsentieren. Wie schon für die Olympischen Spiele 2008 wurden auch diesmal unglaubliche Bauten errichtet, mit denen sich Peking als die Kapitale des 21. Jahrhunderts präsentierte.[2]

Die gigantische Luftverschmutzung, unter der weite Teile Chinas leiden, machten aber zugleich die Schattenseiten von Chinas Erfolgsstory deutlich. Selbst die Abschaltung von Kraftwerken, die zeitweilige Stilllegung von Fabriken und strenge Beschränkungen im Verkehr ließen den Himmel über Peking nicht blau werden.

Für Chinas Präsidenten Xi Jinping war das aber kein Hindernis, von seinem Traum eines von China geführten Asiens zu sprechen.

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