Ausgabe Januar 2015

Starkes schwaches China

Während sich Deutschland des Mauerfalls vor 25 Jahren erinnerte, fanden – wie schon vor fünf Jahren – die historischen Ereignisse der Zukunft in der Pazifikregion statt. Vom 10. bis 12. November versammelten sich die politischen Führer zum APEC-Gipfel (Asia Pacific Economic Cooperation) in Peking. Dem langjährigen Weltbank-Ländervergleich zufolge löste China 2014 die USA als größte Volkswirtschaft der Welt ab (auch wenn die Pro-Kopf-Kaufkraft der Chinesen weit niedriger ist als die der US-Amerikaner).[1] Solche Zahlen bestärken die Führung der Volksrepublik und ihren starken Mann Xi Jinping, sich der Welt als Land der Superlative zu präsentieren. Wie schon für die Olympischen Spiele 2008 wurden auch diesmal unglaubliche Bauten errichtet, mit denen sich Peking als die Kapitale des 21. Jahrhunderts präsentierte.[2]

Die gigantische Luftverschmutzung, unter der weite Teile Chinas leiden, machten aber zugleich die Schattenseiten von Chinas Erfolgsstory deutlich. Selbst die Abschaltung von Kraftwerken, die zeitweilige Stilllegung von Fabriken und strenge Beschränkungen im Verkehr ließen den Himmel über Peking nicht blau werden.

Für Chinas Präsidenten Xi Jinping war das aber kein Hindernis, von seinem Traum eines von China geführten Asiens zu sprechen.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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