Ausgabe Mai 2015

Atomstreit mit Iran: Die große Ernüchterung

Der Erfolgsdruck in Lausanne war hoch: Über Tage verhandelten Vertreter der USA und Irans über die Eckpunkte für ein gemeinsames Atomabkommen. Beide Seiten verfolgen das Ziel, den seit Jahren schwelenden Streit über das nukleare Anreicherungsprogramm Irans zu beenden. Die selbstgesetzte Verhandlungsfrist hatten US-Außenminister John Kerry und sein iranischer Amtskollege, Dschawad Sarif, immer wieder aufs Neue verlängert.

Denn: Ein Scheitern der Verhandlungen konnten sich weder Washington noch Teheran leisten. Entsprechend groß war die Erleichterung, als die Außenminister schließlich am 2. April einen „Durchbruch“ verkündeten. Bis Ende Juni werde man noch technische Details klären, die einem endgültigen Abkommen vorausgehen. Worin aber dieser „Durchbruch“ konkret besteht, ist bis heute offen. Denn tatsächlich sind die wichtigsten Punkte, um die man in Lausanne erbittert gerungen hat, nach wie vor ungeklärt.

Zweierlei Ergebnisse

Dies zeigt sich bereits in den unterschiedlichen Bewertungen des Verhandlungsergebnisses. Neben einer kurzen Abschlusserklärung, die Sarif und die EU-Außenbeauftragte Frederica Mogherini am 2.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema