Ausgabe Mai 2015

Marx in Marburg

In zwei hessischen Universitätsstädten bildeten sich nach dem Zweiten Weltkrieg Schulen heraus, die einen prägenden Einfluss auf die linke Debatte in der Bundesrepublik nehmen sollten. Neben der bekannteren Frankfurter Schule um Max Horkheimer und Theodor W. Adorno entstand eine Marburger Schule um den Politikwissenschaftler und Juristen Wolfgang Abendroth.

Lothar Peter, emeritierter Soziologieprofessor an der Universität Bremen, gelingt es auf rund 220 Seiten, die wissenschaftliche und politische Wirksamkeit der Marburger Schule über den Zeitraum der letzten 60 Jahre zu beleuchten. Indem Peter biographische Daten mit den Arbeitsschwerpunkten der wichtigsten Marburger Köpfe verbindet, beschreibt er deren Wirken auch als einen Kampf für eine andere, demokratische Entwicklung. Damit macht er zugleich die Anfeindungen, Denunziationen und Ausgrenzungsversuche nachvollziehbar, denen die Marburger vielfach ausgesetzt waren. Die Marburger Schule entwickelte sich ab 1951, nach der Berufung Wolfgang Abendroths an die dortige Philipps-Universität. Später stießen die Soziologen Heinz Maus (1960) und Werner Hofmann (1966) hinzu.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

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