Ausgabe Oktober 2015

US-Wahlkampf: Das Spektakel der Schreihälse

Der Präsidentschaftswahlkampf in den USA hat noch nicht einmal richtig begonnen – und sorgt doch schon für große mediale Aufregung. Nur zur Erinnerung: Die eigentliche Wahl findet erst am 8. November 2016 statt und damit in über einem Jahr. Zum ersten Mal wird am 1. Februar nächsten Jahres in Iowa abgestimmt: Dann halten die beiden großen Parteien zur Vorauswahl ihrer Kandidaten örtliche Versammlungen ab. Am 20. Februar stehen in New Hampshire bundesstaatlich organisierte Vorwahlen an. Über Monate folgen dann Parteiversammlungen und Abstimmungen. Die Nominierungsparteitage sind im Juli 2016. Bis dahin sollte jede Partei durchaus einen Kandidaten haben – oder auch nicht.
In der Frühphase des Wahlkampfs kümmern sich für gewöhnlich vor allem Wissenschaftler, Journalisten und Politiker um die Bewerber – also ein kleines Segment der Öffentlichkeit. Der Rest des Landes wartet derweil den kommenden Sommer und Herbst ab. Diesmal läuft es jedoch ein wenig anders: Vier wirkliche und ein möglicher Kandidat fanden bislang landesweite Beachtung – und sorgen dabei für mitunter deftige Überraschungen. Allerdings sorgt das derzeitige Spektakel vor allem dafür, dass die entscheidenden Fragen außen vor bleiben.

Donald Trump:  brutal, lärmend, halbgebildet

Verantwortlich dafür ist vor allem Donald Trump, der brutale, lärmende, halbgebildete Erbe eines im New Yorker Baugeschäft angehäuften Vermögens.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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