Ausgabe August 2017

Der Kampf um Luther und die Bekennende Kirche

Hans Joachim Iwand und das Darmstädter Wort

Bild: Jonathan Schöps / photocase.de

In diesem Jahr, dem 500. der Reformation, ist viel von den lutherischen Traditionen in der evangelischen Kirche wie auch in der gesamten Gesellschaft die Rede. Ein sehr direktes, aber auch ein zum Teil stark revidiertes Verhältnis zu Martin Luther und seinen Schriften hatten zahlreiche Vertreter der Bekennenden Kirche, darunter nicht zuletzt Hans Joachim Iwand, bis zu seinem Tode 1960 einer der bedeutendsten deutschen Theologen und zudem Herausgeber der „Blätter für deutsche und internationale Politik“.

Iwand, am 11. Juli 1899 in Schreibendorf, Kreis Strehlen/Schlesien, in ein protestantisches Pfarrhaus geboren, kommt aus der Theologie der sogenannten Lutherrenaissance vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Noch über die ersten Jahre der Bekennenden Kirche schreibt er in seinem Band „Luthers Theologie“: „Damals waren wir noch irgendwie stolz auf diesen ‚Protestantismus‘. In einem Aufsatz von K. Holl: ‚Die Kulturbedeutung der Reformation’ sieht es doch so aus, als ob unmittelbar eine Linie von der Reformation bis zum Protestantismus des 19. und 20. Jahrhunderts führt. Luther wirkt wie ein Vorläufer Kants, wie ein Vorläufer der ‚praktischen Vernunft’, der sittlich-religiösen Persönlichkeit.“[1] Aber dann fährt Iwand, erschreckt und erschreckend zugleich, fort: „Hier müssen wir einen dicken Strich machen.

Sie haben etwa 6% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 94% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2020

In der Juni-Ausgabe analysiert die Journalistin Kate Aronoff, wie sich Corona-Pandemie, Verschuldung und Klimawandel im globalen Süden zu einer dreifachen Krise verschränken. Die Ökonomen Emmanuel Saez und Gabriel Zucman zeigen, wie die einst progressive Steuerpolitik der USA durch eine systematische Bevorzugung der Reichen abgelöst wurde. Der Agrarwissenschaftler Knut Ehlers und der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner, plädieren für eine radikale Transformation der Landwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit. Und »Blätter«-Redakteur Steffen Vogel ergründet den Zusammenhang zwischen Verschwörungsglaube und Popkultur.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema