Ausgabe Dezember 2017

Assads Syrien: Zerteilt und zerstört

Mit seinen schweren Niederlagen zum Ende dieses Jahres ist der selbsternannte „Islamische Staat“ (IS) in Syrien militärisch geschlagen. Derweil sitzt Syriens Präsident Baschar al-Assad fester im Sattel denn je. Der Übermacht seiner Widersacher hatte der IS letztlich wenig entgegenzusetzen. Anfang November sind die Verteidigungslinien der Dschihadisten in Zentral- und Ostsyrien endgültig zusammengebrochen. Frieden liegt jedoch noch immer in weiter Ferne in diesem Krieg, der seit nunmehr sechs Jahren in Syrien tobt. Und hier beginnt bereits das eigentliche Problem: Denn von lediglich einem Krieg zu sprechen, wird dem Konflikt nicht gerecht: Syrien hat gezeigt, dass ein Bürgerkrieg, eine Revolution und ein Stellvertreterkrieg parallel und ineinandergreifend bestehen können – und dass mit dem militärischen Ende des IS die das ganze Land durchziehenden Spaltungen noch in keiner Weise beendet sind.

Der gespaltene Osten

Mit Rakka und Deir ez-Zor sind zwar die letzten größeren, vom IS kontrollierten Städte gefallen. Doch Rakka befindet sich nun unter der Kontrolle der mit den Vereinigten Staaten verbündeten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF). Deir ez-Zor hingegen konnten sich das Assad-Regime und seine Verbündeten sichern.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe August 2020

In der Augustausgabe beleuchtet Masha Gessen die clanartigen Strukturen von Trumps Mafia-Staat. Michael Tomasky sieht den designierten Präsidentschaftskandidaten Joe Biden auf dem Weg nach links – und erkennt bei dem US-Demokraten gar rooseveltsche Ambitionen. Wieslaw Jurczenko analysiert die Ursachen des Wirecard-Desasters und damit das Totalversagen der deutschen Finanzaufsicht. Raul Zelik fordert, die Eigentumsverhältnisse wieder in den Blick zu nehmen, um so den Sozialismusbegriff wiederzubeleben. Und Klaus Vieweg befreit Hegel, der vor knapp 250 Jahren geboren wurde, vom Totalitarismusverdacht.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Iran: Das geopolitische Erdbeben

von Franziska Fluhr

Noch im Januar beherrschte der USA-Iran-Konflikt die Überschriften der internationalen Berichterstattung. Nun aber ist der Konflikt durch die Corona-Pandemie nahezu vollständig von der Bildfläche verschwunden. Daraus zu schließen, die Auseinandersetzungen hätten sich beruhigt, wäre nicht nur naiv, sondern auch fatal. Denn das Gegenteil ist der Fall.