Ausgabe Dezember 2018

Identität durch Erinnerung

Dankesrede anlässlich der Verleihung des Friedenspreises 2018

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels war für uns eine überwältigende Überraschung. Seit vielen Jahren verfolgen wir in den Medien die Zeremonie, die so vielen eindrucksvollen Stimmen ein Podium und ein Publikum gegeben hat. Nie hätten wir uns diesen Seitenwechsel vom Publikum aufs Podium träumen lassen. Umso größer ist unsere Dankbarkeit gegenüber dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und dem Stiftungsrat für die hohe Ehre und die damit verbundene Anerkennung unserer gemeinsamen Arbeit. Dieser Preis ist für uns ein Ehrenbürgerbrief in der Res publica litteraria, dem Heimatland, das keine nationalen Grenzen kennt.

Res publica litteraria

Dieses Land wurde von Dichtern und Humanisten, Verlegern und Buchhändlern an der Schwelle des Druckzeitalters gegründet. Sie haben zwischen den alten und den neuen Sprachen vermittelt und damit die Grundlagen für europäische Vielfalt gelegt. Dabei haben sie die Bibliothek als ihren Kommunikationsraum erfunden und ein Geister-Gespräch in Gang gesetzt, das sich über Landesgrenzen und über Jahrhunderte hinweg entwickelte.

Die 1950 gestiftete Tradition des Friedenspreises hat dieses Geister-Gespräch, das bis heute von Schriftstellern, Druckern, Verlegern, Buchhändlern und Lesern fortgesetzt wird, wieder in den öffentlichen Raum zurückgebracht.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

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