Ausgabe Juli 2018

Gene Drives: Die Revolutionierung der Gentechnik

Kalifornische Kirschen werden seit einigen Jahren von einer aus Asien eingewanderten Fruchtfliegenart zur Eiablage genutzt. Zum Missfallen der Farmer legt die Kirschessigfliege Drosophila suzukii ihre Eier in die noch heranreifenden Früchte und sorgt damit für empfindliche Ernteeinbußen. Aber das soll nicht so bleiben: Die Farmer hoffen auf die neuesten Entwicklungen der Gentechnik, um die lästigen Fliegen in ihren Plantagen zu bekämpfen. Bereits seit 2013 investiert die Vereinigung der kalifornischen Kirschfarmer in die Entwicklung eines neuartigen gentechnischen Systems, mit dem die Populationen der Fruchtfliege vernichtet oder zumindest unschädlich gemacht werden sollen.[1]

Diese Technologie gehört zur Gruppe sogenannter Gene Drives. Dabei handelt es sich um gentechnische Konstruktionen, mit deren Hilfe sich genetische Informationen und damit auch bestimmte Funktionen sehr schnell innerhalb von Populationen verbreiten können. Unter dem Sammelbegriff Gene Drive werden genetische Systeme zusammengefasst, mit denen die Mendelschen Vererbungsregeln überwunden werden können: In der Regel wird ein Gen bei der geschlechtlichen Vermehrung mit einer Wahrscheinlichkeit von höchstens fünfzig Prozent an die Nachkommen weitergegeben. Mit Hilfe von Gene Drives können Wahrscheinlichkeiten von nahezu 100 Prozent erreicht werden.

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