Ausgabe November 2018

Judenhasser allerorten?

In der September-Ausgabe diagnostizierte der Publizist Richard C. Schneider eine neue Normalität des Antisemitismus »von Orbán bis Corbyn«. Dem widerspricht entschieden der Erziehungswissenschaftler Georg Auernheimer.

Richard C. Schneider benennt zwei Politiker von gegensätzlichen Polen des politischen Spektrums als Beispiele für Spielarten des Antisemitismus: Ungarns rechts-autoritären Premierminister Viktor Orbán und den linken Labour-Chef Jeremy Corbyn. Allein das lässt aufhorchen. Und auch die im Titel behauptete „neue Normalität des Antisemitismus“ überrascht. Was da suggeriert wird, hält allerdings der Überprüfung nicht stand. Der Verfasser widerspricht sich an diversen Punkten selbst.

Aufschlussreich ist zunächst folgendes: Schneider selbst muss konzedieren, dass sich Europas Rechtspopulisten „in erster Linie und primär gegen die ‚Überfremdung‘ durch Muslime aussprechen“. Dass diese Formulierung angesichts der jüngsten Ereignisse in der Bundesrepublik stark verharmlosend ist, sei hier nur am Rande vermerkt.

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