Ausgabe April 2019

China gegen Indien: Der Kampf um Asien

Besorgt blickte die Welt jüngst auf Indien und Pakistan: Zwischen den beiden Atommächten schien kurzzeitig sogar ein Krieg denkbar. Dem vorausgegangen war ein Attentat auf indische Sicherheitskräfte in der Region Kaschmir. Als Reaktion darauf bombardierte Indien ein mutmaßliches Camp militanter islamischer Organisationen auf pakistanischem Boden. Pakistan schoss daraufhin – nach eigenen Angaben – zwei indische Kampfflugzeuge über Kaschmir ab. Nach Jahren der relativen Ruhe drohte der seit der Gründung beider Staaten schwelende Konflikt um die Kaschmir-Provinz erneut aufzubrechen. Gleichzeitig ist der Kaschmir-Konflikt ein Sprengsatz in der Konkurrenz zwischen Indien und China um die regionale Hegemonie in Südasien, die durch Pekings Seidenstraßen-Initiative nun noch weiter verschärft wird. 

Bis in die frühen 1960er Jahre waren Indien und China als führende Mitglieder der Blockfreien-Bewegung enge Verbündete in der postkolonialen Weltordnung. Doch der Slogan „Hindi Chini Bhai Bhai“, der „Bruderschaft“ beschwört, gehört lange der Vergangenheit an. Die Völkerfreundschaft fand ein abruptes Ende, als im Herbst 1962 die chinesische Armee auf umstrittene Gebiete im östlichen und westlichen Himalaja vorstieß und Indiens Militär eine schmachvolle, bis heute unvergessene Niederlage beibrachte.

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Aktuelle Ausgabe Mai 2020

In der Mai-Ausgabe analysiert der Historiker Adam Tooze das radikal Neue der Coronakrise, deren ökonomische Folgen uns noch auf Jahrzehnte beschäftigen werden. Die Politikwissenschaftler Kurt M. Campbell und Rush Doshi zeigen, wie sich China im Kampf gegen die Pandemie als neue globale Führungsmacht positioniert – vor allem gegen die USA. Der Historiker Yuval Noah Harari mahnt, dass wir Herausforderungen wie Covid-19 nur in globaler Kooperation bewältigen können. „Blätter“-Redakteur Albrecht von Lucke erörtert, wie sich die Demokratie gegen den Ausnahmezustand bewähren kann – und muss. Und Simone Schlindwein, Ellen Ehmke, Jessé Souza sowie Franziska Fluhr widmen sich den Folgen der Coronakrise für den globalen Süden.

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