Ausgabe April 2020

50 Jahre atomare Abrüstung: Midlife- oder Existenzkrise?

Vor zehn Jahren, am 8. April 2010, unterzeichneten US-Präsident Barack Obama und der russische Präsident Dmitri Medwedjew den New- START-Vertrag zur atomaren Abrüstung. Und schon 40 Jahre früher, am 5. März 1970, trat der Nichtverbreitungsvertrag (NVV) in Kraft, dem bis heute die meisten Staaten, 191 an der Zahl, beigetreten sind. Eigentlich ein Grund zu feiern, aber einige Partygäste sind tief zerstritten, allen voran die USA und Russland. Dies aber kann langfristig unabsehbare Konsequenzen für die Weltordnung haben.

Der NVV ist bis heute der wichtigste multilaterale Abrüstungs- und Nichtverbreitungsvertrag für Nuklearwaffen. Dank seiner haben circa 20 Staaten, die Nuklearwaffen hätten entwickeln können, dies unterlassen. Die Akkumulation und Weiterentwicklung von Nuklearwaffen, also die „vertikale Proliferation“ der bereits existierenden Nuklearwaffenbesitzer, wurde hingegen nicht verhindert. Allerdings haben viele NVV-Mitglieder ihre „zivilen“ Nuklearaktivitäten vollständig unter die Kontrolle der IAEA gestellt. Darüber hinaus ermöglicht der NVV nicht nur die zivile Zusammenarbeit bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie, sondern auch zum Beispiel die Schaffung von nuklearwaffenfreien Zonen, die größtenteils in der südlichen Hemisphäre angesiedelt sind.

April 2020

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Aktuelle Ausgabe Juli 2020

In der Juli-Ausgabe beleuchten der Historiker Ibram X. Kendi und die Soziologin Keeanga-Yamahtta Taylor die lange Tradition rassistischer Gewalt in den USA – und zeigen Wege aus dem amerikanischen Albtraum auf. Der Soziologe Gary Younge und der Journalist Marvin Oppong richten den Blick auf den Rassismus und die Polizeigewalt in Europa. Der Journalist Michael Pollan legt die brutale Effizienz der Lebensmittelindustrie offen – die uns alle buchstäblich krank macht. Und »Blätter«-Redakteur Albrecht von Lucke analysiert den steilen Aufstieg Markus Söders inmitten der Coronakrise - und dessen Chancen, nächster Bundeskanzler zu werden.

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