Ausgabe Februar 2020

Prostitution als NS-Kriegsmittel

Über Prostitution zu schreiben, bedeutet, sich in ein gesellschaftliches Minenfeld zu begeben. Und über Prostitution in Wehrmachtsbordellen zu schreiben, ist gleich doppelt schwierig. Denn hier geht es nicht nur um die Frage, was Prostitution ihrem Wesen nach ist, sondern auch darum, inwiefern Prostitution als Kriegsmittel und Teil der Besatzungspolitik Nazi-Deutschlands gewertet werden muss.

In ihrem Buch „‚Gerne will ich wieder ins Bordell gehen…‘. Maria K.s ‚freiwillige‘ Meldung für ein Wehrmachtsbordell“ nähert Anne S. Respondek sich diesen Themen über die Mikroebene, in Form einer sozialgeschichtlichen, biographischen Studie. Auf Grundlage einer Akte aus dem Staatsarchiv Poznan´ sowie anderer historischer Quellen rekonstruiert Respondek die Geschichte der Maria K., einer jungen Polin, die von den deutschen Besatzern zunächst in ein Wehrmachtsbordell gezwungen und später nach Auschwitz deportiert wird. Anhand eines konkreten Einzelfalls wird so beleuchtet, wie „das System Wehrmachtsbordell“ funktionierte und wie es sich auf die Lebenswelt der betroffenen Frauen auswirkte. Dabei wird schonungslos offenbart, mit welchen Methoden die Nationalsozialisten aus einer jungen Frau mit Arbeit und Wohnung eine obdachlose, arbeitslose und entrechtete „Hure“ machten. Ganz klar wird, dass von „Freiwilligkeit“ bei der Meldung für ein Wehrmachtsbordell keine Rede sein konnte.

Februar 2020

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Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

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