Ausgabe Februar 2020

Prostitution als NS-Kriegsmittel

Über Prostitution zu schreiben, bedeutet, sich in ein gesellschaftliches Minenfeld zu begeben. Und über Prostitution in Wehrmachtsbordellen zu schreiben, ist gleich doppelt schwierig. Denn hier geht es nicht nur um die Frage, was Prostitution ihrem Wesen nach ist, sondern auch darum, inwiefern Prostitution als Kriegsmittel und Teil der Besatzungspolitik Nazi-Deutschlands gewertet werden muss.

In ihrem Buch „‚Gerne will ich wieder ins Bordell gehen…‘. Maria K.s ‚freiwillige‘ Meldung für ein Wehrmachtsbordell“ nähert Anne S. Respondek sich diesen Themen über die Mikroebene, in Form einer sozialgeschichtlichen, biographischen Studie. Auf Grundlage einer Akte aus dem Staatsarchiv Poznan´ sowie anderer historischer Quellen rekonstruiert Respondek die Geschichte der Maria K., einer jungen Polin, die von den deutschen Besatzern zunächst in ein Wehrmachtsbordell gezwungen und später nach Auschwitz deportiert wird. Anhand eines konkreten Einzelfalls wird so beleuchtet, wie „das System Wehrmachtsbordell“ funktionierte und wie es sich auf die Lebenswelt der betroffenen Frauen auswirkte. Dabei wird schonungslos offenbart, mit welchen Methoden die Nationalsozialisten aus einer jungen Frau mit Arbeit und Wohnung eine obdachlose, arbeitslose und entrechtete „Hure“ machten. Ganz klar wird, dass von „Freiwilligkeit“ bei der Meldung für ein Wehrmachtsbordell keine Rede sein konnte.

Februar 2020

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Aktuelle Ausgabe März 2020

In der März-Ausgabe analysieren der Ökonom James K. Galbraith, der »Blätter«-Mitherausgeber Claus Leggewie und der Historiker Paul M. Renfro, wie die US-Demokraten Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl im November schlagen könnten. Die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann plädiert für die Wiederaneignung des Nationenbegriffs, den sie nicht den Rechten überlassen möchte. Der Umweltaktivist Bill McKibben setzt auf die Kraft der Sonne und des gewaltfreien Protests, um die Klimakrise noch aufzuhalten. Und die Soziologin Christa Wichterich beobachtet eine neue Welle transnationaler feministischer Bewegungen im Kampf für Geschlechtergerechtigkeit.

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