Ausgabe Juni 2020

Gegen Dürre und Überdüngung: Landwirtschaft neu denken

Der dramatischen Coronakrise hätte es wahrlich nicht bedurft, um eines zu wissen: Die 2020er Jahre werden in vielerlei Hinsicht eine Dekade der Entscheidung sein. In Politik, Wirtschaft und Gesellschaft werden wir grundsätzliche Weichenstellungen für mehr Nachhaltigkeit vornehmen müssen, um Umwelt- oder, genauer gesagt: Erdsystemkrisen zu vermeiden oder zumindest einzuhegen. Diese Weichenstellungen werden zentrale Bereiche unseres Lebens betreffen: unsere Konsum-, Wohn- und Lebensstile, den Energieverbrauch wie die Mobilität – und ganz sicher auch die Landwirtschaft. Denn wie die anderen Sektoren steht auch sie in der Pflicht, ihren Beitrag zu erbringen, um die Klimaziele zu erreichen. Mehr noch: Die Landwirtschaft ist gleichzeitig Betroffene des Klimawandels, wie etwa schon jetzt die enorme Trockenheit in weiten Teilen Deutschlands zeigt, als auch Verursacherin. Ihre Rolle in der Klimapolitik ist also in gleich zweifacher Hinsicht bedeutend.

Der dominierende Entwicklungstrend in der Landwirtschaft der letzten hundert Jahre war stets recht eindeutig: Der technische Fortschritt mit Hochertragssorten, Mineraldüngern, Pflanzenschutzmitteln und leistungsfähigen Maschinen hielt Einzug und führte zu enormen Ertragszuwächsen. Die Weizenerträge konnten vervierfacht werden und die Nahrungsmittelpreise sanken dramatisch. Nur zum Vergleich: Vor hundert Jahren gaben Familien jede zweite Mark für Nahrungsmittel aus, heute ist es nur noch etwa jeder zehnte Euro.

Juni 2020

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Aktuelle Ausgabe Juli 2020

In der Juli-Ausgabe beleuchten der Historiker Ibram X. Kendi und die Soziologin Keeanga-Yamahtta Taylor die lange Tradition rassistischer Gewalt in den USA – und zeigen Wege aus dem amerikanischen Albtraum auf. Der Soziologe Gary Younge und der Journalist Marvin Oppong richten den Blick auf den Rassismus und die Polizeigewalt in Europa. Der Journalist Michael Pollan legt die brutale Effizienz der Lebensmittelindustrie offen – die uns alle buchstäblich krank macht. Und »Blätter«-Redakteur Albrecht von Lucke analysiert den steilen Aufstieg Markus Söders inmitten der Coronakrise - und dessen Chancen, nächster Bundeskanzler zu werden.

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