Ausgabe September 2020

Der Kampf des Jahrhunderts

Washington, Peking und das Revival der Großmachtkonkurrenz

US-Präsident Donald Trump (rechts) und der chinesische Präsident Xi Jinping bei einer Begrüßungszeremonie in Peking, November 2017.

Bild: imago images / Kyodo News

Das „kurze 20. Jahrhundert“, wie Eric Hobsbawm es nannte, soll 1989 mit dem Sieg der USA im Kalten Krieg geendet haben. Doch heute steht Amerika einem mächtigen und durchsetzungsfähigen China gegenüber – einem Einparteienstaat mit einer Staatsideologie, die er den Marxismus des 21. Jahrhunderts nennt, und der eifrig eine starke Armee aufbaut, wobei er sich auf eine Wirtschaft stützt, die in absehbarer Zukunft die größte der Welt werden will. Diese Entwicklung hat die Annahmen erschüttert, die in den vergangenen 30 Jahren den ökonomischen und sicherheitspolitischen Entscheidungen Washingtons zugrunde lagen.

Dieser Wandel der Umstände ist dramatisch. 2001 war es den USA nach Jahren schmerzhafter Verhandlungen gelungen, Chinas Beitritt zur kurz zuvor gegründeten Welthandelsorganisation (WTO) zu bewerkstelligen. Damit wurde die WTO, die die Regeln des Welthandels festlegt, zu einer wahrhaft globalen Organisation, die die große Mehrheit der Weltbevölkerung einbindet. Nun bestand die Hoffnung, wie es Bob Zoellick – der Handelsbeauftragte von Präsident George W. Bush – ausdrückte, dass China zum verantwortungsbewussten Teilhaber des globalen Systems werden würde. 20 Jahre später ist China die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Die USA und China sind über Handel und Investitionen tief miteinander verbunden.

September 2020

Sie haben etwa 3% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 97% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Dezember 2025

In der Dezember-Ausgabe ergründet Thomas Assheuer, was die völkische Rechte mit der Silicon-Valley-Elite verbindet, und erkennt in Ernst Jünger, einem Vordenker des historischen Faschismus, auch einen Stichwortgeber der Cyberlibertären. Ob in den USA, Russland, China oder Europa: Überall bilden Antifeminismus, Queerphobie und die selektive Geburtenförderung wichtige Bausteine faschistischer Biopolitik, argumentiert Christa Wichterich. Friederike Otto wiederum erläutert, warum wir trotz der schwachen Ergebnisse der UN-Klimakonferenz nicht in Ohnmacht verfallen dürfen und die Narrative des fossilistischen Kolonialismus herausfordern müssen. Hannes Einsporn warnt angesichts weltweit hoher Flüchtlingszahlen und immer restriktiverer Migrationspolitiken vor einem Kollaps des globalen Flüchtlingsschutzes. Und die Sozialwissenschaftler Tim Engartner und Daniel von Orloff zeigen mit Blick auf Großbritannien und die Schweiz, wie wir dem Bahndesaster entkommen könnten – nämlich mit einer gemeinwohlorientierten Bürgerbahn. 

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema