Ausgabe September 2020

Die Verteidigung der Wildnis – mit ökonomischem Profit

Als der Zyklon Amphan im vergangenen Mai den Golf von Bengalen heimsuchte, schien dieser erste große Sturm des Jahres in Südasien eine massive Bedrohung nicht nur für die Menschen zu sein, die in den Überschwemmungsgebieten an der Küste leben, sondern auch für die Tiere und Pflanzen – darunter viele gefährdete Arten –, die auf diese empfindlichen Ökosysteme angewiesen sind. Doch die Natur kam der Region zu Hilfe.

Die Sundarbans, der größte Mangrovenwald der Welt, bot einen besseren Schutz, als jede von Menschenhand errichtete Sturmmauer hätte bieten können. Als die knapp fünf Meter hohe Sturmflut von Amphan in diesen 4000 Quadratmeilen großen Nationalpark stürzte, haben die Mangroven ihr die Zähne gezogen, genau wie bei den beiden anderen schweren Zyklonen Aila und Sidr, die in jüngster Zeit das Land heimgesucht haben.

Auf der anderen Seite der Welt ist die natürliche Sturmabwehr am südlichen Ende von Manhattan schon lange zubetoniert. Immobilienunternehmer haben die Insel sogar bis in den New Yorker Hafen hinein ausgedehnt, wobei sie es versäumten, Sturmflutschutzanlagen zu errichten. Als der Hurrikan Irene und der Supersturm Sandy 2011 bzw. 2012 über die Stadt hinwegfegten, wurde das südliche Manhattan und damit auch der Finanzdistrikt der Stadt überflutet. Stadtplaner arbeiten seither zusammen mit der US-Regierung daran, die Stadt auf die nächste Welle von Superstürmen vorzubereiten.

September 2020

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Aktuelle Ausgabe September 2020

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