Ausgabe September 2020

Feministinnen für den Frieden: Der Kampf gegen Netanjahu

24. Mai 2020, Jerusalem, Israel: Vor dem Prozess gegen Netanjahu vor dem Bezirksgericht Jerusalem versammeln sich vor der Residenz des Premierministers in Jerusalem gegnerische Gruppen von Demonstranten.

Bild: imago images / ZUMA Wire

Crime Minister“ lautet einer der Slogans, mit dem tausende Israelis seit Mitte Juli mehrfach wöchentlich in israelischen Städten, vor allem aber vor der Residenz von Benjamin Netanjahu in der Jerusalemer Balfour Straße demonstrieren. Sie fordern nichts weniger als den Rücktritt des Ministerpräsidenten, der sich wegen Korruption vor Gericht verantworten muss. Auch der Ärger über das miserable Krisenmanagement der Regierung angesichts der Covid-19-Pandemie bricht sich bei den Protesten Bahn. Israel befindet sich inmitten einer zweiten Infektionswelle, das Virus treibt die Arbeitslosigkeit in die Höhe. Die Demonstranten sind hartnäckig, und sie zeigen neue Qualitäten: spontan, kreativ und vor allem feminin. Frauen sind ganz eindeutig die treibende Kraft der Bewegung, die nach Wandel ruft. „Israel braucht eine Mutter“ oder „eine Frau in die Führung“, lauten einige der Forderungen.

„Wir sind nicht organisiert und haben keine Hierarchien“, erklärt Sahar M. Vardi, eine der Aktivistinnen. Viele Frauen setzen neuerdings ihre Körper als Ausdrucksmittel ein: Sie bilden Menschenketten, um die Demonstrantinnen vor der Polizei zu schützen. Als Superwoman verkleidet kletterte eine Frau auf einen Wasserwerfer, um dessen Einsatz gegen die Protestierenden zu behindern.

September 2020

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