Ausgabe November 2022

Das Geschäft mit dem Gebrechen

Wie Investoren den Pflegesektor auspressen

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Bild: IMAGO / imagebroker

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland nimmt seit vielen Jahren beständig zu. Ein wesentlicher Grund dafür: Medizinischer Fortschritt und veränderte Lebensbedingungen führen zu einer steigenden Lebenserwartung und damit auch zu mehr Bedarf an Pflege und Unterstützung. Im Jahr 2030, so der Pflegereport 2021 der Barmer Ersatzkasse,[1] werden statt heute 4,5 Millionen dann 6 Millionen Menschen Ansprüche auf Leistungen nach der Pflegeversicherung haben. Die damit einhergehenden Probleme sind schon jetzt offensichtlich: Es fehlt an Fachpersonal, oft stimmt die Qualität der Leistungen nicht, in einigen Bereichen wie der Kurzzeitpflege fehlen Plätze. Zugleich ist die finanzielle Belastung der Pflegebedürftigen enorm hoch, die Angehörigen fühlen sich im Stich gelassen und Stress und Leistungsdruck für die Beschäftigten nehmen zu.

Gleichzeitig gibt es immer mehr Konzerne, die mit der Pflege viel Geld verdienen – auf Kosten der Pflegebedürftigen wie der Pflegenden. Denn gerade hier sind die Bedingungen für Gepflegte wie Beschäftigte oft katastrophal. Pflegekräfte, die bei profitorientierten Anbietern gearbeitet haben, berichten über „Zustände, die Sie nicht kennen“. „Da sitzen die Bewohnerinnen und Bewohner an nackten Tischen. An der Tischdecke wurde gespart, es gibt keinen Raumschmuck. Die Bewohner bekommen ihr Essen auf den Tisch, niemand kümmert sich, ob sie es auch essen.

»Blätter«-Ausgabe 11/2022

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