Ausgabe Oktober 2024

Von Carl Schmitt über Dugin bis Trump: Die Neue Rechte in China

Symbolbild: Geschäftsmänner als chinesischer Drache und amerikanischer Weißkopfseeadler (IMAGO / Ikon Images)

Bild: Symbolbild: Geschäftsmänner als chinesischer Drache und amerikanischer Weißkopfseeadler (IMAGO / Ikon Images)

Im Vorfeld der jüngsten Wahlen zum Europaparlament machte der nunmehr abgesägte Spitzenkandidat der Alternative für Deutschland, Maximilian Krah, wiederholt mit seinen fragwürdigen Verbindungen zu chinesischen Akteuren Schlagzeilen. Im Mai wurde bekannt, dass gegen Krahs ehemaligen Mitarbeiter Jian Guo Ermittlungen aufgrund des Verdachts auf Spionage eingeleitet worden waren. Krah selbst pflegt seit Jahren Kontakte zu chinesischen Medien, welche dessen Distanzierung von der Politik Washingtons als willkommenes Zeichen eines möglichen „Dritten Weges“ Europas in der sich abzeichnenden Blockkonfrontation deuten. In einem Interview mit der parteinahen Zeitung „Global Times“ aus dem Herbst 2022 beklagte Krah etwa eine Abhängigkeit der europäischen Chinapolitik von amerikanischen Sonderinteressen, welche im Zuge des russischen Krieges gegen die Ukraine „unerträgliche“ Ausmaße angenommen habe.[1]

Krahs Warnung vor einem ökonomischen „Decoupling“ von China findet natürlich nicht bloß aufseiten der Neuen Rechten Anklang. Es wäre dennoch kurzsichtig, deren an Peking gerichtete Avancen als rein „pragmatisch“ motiviert abzutun. Ebenso wenig handelt es sich um einen spontanen Anflug romantischer Sinophilie. Bei genauerem Hinsehen ist vielmehr eine ideologische Konvergenz zu beobachten, die wiederum eng mit Entwicklungen innerhalb der Volksrepublik zusammenhängt.

»Blätter«-Ausgabe 10/2024

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social-Media- kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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