Ausgabe März 1992

Feiern vor unsicherer Zukunft

Zur Identitätskrise der konservativen Bewegung in den USA

Die programmatischen und konzeptionellen Auseinandersetzungen innerhalb der konservativen Bewegung in den USA nach dem Ende der bipolar strukturierten Welt schlagen sich inzwischen auch in personeller Konkurrenz um die Gunst der konservativ orientierten Wählerschaft nieder: "Mr. America First" Pat Buchanan bewirbt sich um das Amt des republikanischen Präsidentschaftskandidaten bei den Wahlen im November 1992 und fordert, kritisiert vom Stammvater der politischen Bewegung der amerikanischen Konservativen William Buckley, den republikanischen Amtsinhaber George Bush heraus. Gleichzeitig setzt sich die Kritik an supranationalen und kollektiven Konfliktlösungsmechanismen, wie man sie in Bushs Vision einer "neuen Weltordnung" zu erkennen glaubt, in allen Flügeln des konservativen Lagers fort. Der nachstehende Beitrag, obwohl vor der endgültigen Auflösung der UdSSR abgeschlossen, bietet grundlegende Informationen zur innerkonservativen Debatte und damit Orientierungswissen auch über die zukünftige amerikanische Politik. D. Red.

Der Kalte Krieg ist zu Ende, wer wollte daran noch zweifeln. Der Kollaps des von Hans Gerd Schumann so einfach und treffend bezeichneten "real nicht existierenden Sozialismus" 1) hat symbolisch das 20. Jahrhundert mit sich genommen und das nächste Jahrtausend zehn Jahre früher eröffnet.

März 1992

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema