Ausgabe März 1993

Eine unbequeme Stimme

In memoriam Herbert Mochalski

Am 27. Dezember 1992 starb im Alter von 82 Jahren Pastor Dr. h.c. Herbert Mochalski. Der Freund und Mitarbeiter Martin Niemöllers hat sich als Geschäftsführer des Bruderrats der Bekennenden Kirche, als Studentenpfarrer in Darmstadt und vor allem als Schriftleiter der Zeitschrift "Stimme der Gemeinde", die er 25 Jahre redigierte, für Frieden und Verständigung mit den Völkern des Ostens unermüdlich eingesetzt. Wenn die heutigen, meist durch Einäugigkeit und Selbstgerechtigkeit gekennzeichneten Versuche der "Vergangenheitsbewältigung" sich festgefahren haben und endlich eine sachliche Aufarbeitung des letzten halben Jahrhunderts deutscher Geschichte möglich sein wird, bei der das Gesamturteil nicht auf Grund eines manichäischen Denkschemas (Licht - Finsternis) von vornherein feststeht, wird man auch an dieser "Stimme" nicht vorübergehen können.

Ohne Zweifel verstand sich diese Halbmonatsschrift als Stimme der c h r i s t l i c h e n Gemeinde; aber sie meldete sich nicht nur zu Fragen des kirchlichen Lebens, sondern auch zur Politik, Wirtschaft und Kultur provokativ zu Wort.

März 1993

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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