Ausgabe Februar 1996

Bedingt markttauglich

Wie realistisch sind die Wuppertaler Leitbilder?

1. Das Konzept der zukunftsfähigen Entwicklung

"Selten wurde in Deutschland so viel über die Zukunft geredet wie heute." Mit diesem Satz beginnt die Studie "Zukunftsfähiges Deutschland", die das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie im Auftrag von BUND und Misereor erstellt hat. 1) Doch die Art, wie Politiker, Wirtschaftsführer oder Gewerkschaften über Zukunft reden, hat die Auftraggeber und Autoren der Studie nicht zufriedengestellt. Diese Diskussion konzentriere sich vorrangig auf "Gewinne, Jobs und Welt(markt)rang "(S. 11). Nur eine nachgeordnete Rolle spielten dabei "ökologische, soziale und demokratische Belange", und wenn ein Konflikt entstünde, würden diese den wirtschaftlichen Zielen untergeordnet. Die Wuppertaler Wissenschaftler stellen dieser Orientierung ein anderes Konzept gegenüber. Genauer gesagt: Sie formulieren zusätzliche Bedingungen und stecken damit einen Rahmen ab, innerhalb dessen die gesellschaftlichen Ziele verfolgt werden können. Es geht dabei in erster Linie um die Grenzen, welche die Umwelt den Aktivitäten der Menschen setzt. 2) Diese werden ausgehend von dem Konzept des "sustainable development" formuliert.

Februar 1996

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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