Ausgabe Februar 1998

Bilder der Wehrmacht in der Bundeswehr

Fünfzig Jahre nach der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht befindet sich dieser "stählerne Garant" des NS-Systems mehr denn je in der öffentlichen Diskussion.

Aber die Bundeswehr nimmt an ihr nicht teil. Längst ist aufgefallen, daß Vertreter der Streitkrafte dem gesellschaftlichen Diskurs über ein Thema fernbleiben, das sie doch angeht. Daß sie desinteressiert wären, wird man infolgedessen kaum unterstellen dürfen. Wie also ist die bemerkenswerte Abstinenz zu erklären? Trifft die Vermutung zu, daß die Zivilgesellschaft in den letzten Jahren einen Aufklärungsprozeß nachholt, der in der Bundeswehr schon längst stattgefunden hat? Oder ist das Problem ganz anders gelagert: Werden Bundeswehrsoldaten durch Anweisungen der Bonner Hardthöhe gezielt von den öffentlichen Debatten ferngehalten, weil sie interne Konflikte vermeiden möchte oder weil "draußen" nicht erkennbar werden soll, wie man "drinnen" denkt? Wer die Frage ausleuchten möchte, wie es die Bundeswehr mit der Wehrmacht hält, tut gut daran, auf die Geschichte der 1955 gegründeten Streitkräfte der Bundesrepublik und ihr Traditionsverständnis zurückzublicken.

1.

Februar 1998

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema