Erinnern wir uns: Der Durchbruch schien geschafft. Zwölf deutsche Unternehmen erklärten sich im Februar dieses Jahres bereit, eine Stiftung zur Entschädigung von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern einzurichten. Zwar hatten erst Sammelklagen in den USA und der Hinweis, die Deutsche Bank werde bei ihrer Fusion mit einer US-amerikanischen Anlagegesellschaft ohne Zahlungen an die NS-Opfer Schwierigkeiten auf dem US-Markt haben, zu dieser Abkehr von mehr als 50 Jahre währender Entschädigungsverweigerung geführt. Doch dies störte kaum jemanden. Symbolträchtig wurde auch ein Datum für den Beginn der Stiftungsarbeit genannt: Der 1. September sollte es sein. Das Szenario für ein neues Kapitel deutscher "Erinnerungskultur" war also umrissen. Doch dann folgte Altbekanntes. Schon die im Stiftungskommuniqué *) formulierten Ziele wiesen die Richtung. Eine "Antwort auf die moralische Verantwortung deutscher Unternehmen aus den Bereichen der Zwangsarbeiter-Beschäftigung, der Arisierung und anderen Unrechts aus der Zeit der NSHerrschaft" wolle man geben, deshalb "humanitäre und zukunftsweisende Projekte" fördern und damit eine Grundlage schaffen, "um Klagen, insbesondere Sammelklagen in den USA, zu begegnen und Kampagnen gegen den Ruf unseres Landes und seiner Wirtschaft den Boden zu entziehen".
Kein deutscher Spielfilm hatte in der unmittelbaren Nachkriegsgeschichte eine derartige Wirkung wie »Die Mörder sind unter uns«. Er spiegelt die Dramatik der Lage der Kriegsheimkehrer und der deutschen Gesellschaft insgesamt nach Kriegsende.