Ausgabe März 2001

Die Gesetzliche Krankenversicherung vor dem Systemwechsel ?

Gesundheitspolitik am Scheideweg

Wenngleich die Gesundheitspolitik derzeit von den Themen BSE und Gentechnologie dominiert wird, stehen jenseits der Tagesaktualität die Probleme der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auf der Tagesordnung. Der Wechsel an der Spitze des Gesundheitsministeriums bietet Anlaß, bisherige Entwicklungen zu resümieren und die anstehenden Entscheidungen differenziert einzuschätzen. Die Bundesregierung hat bislang zwar ihr zentrales gesundheitspolitisches Ziel, die Beiträge zur Krankenversicherung stabil zu halten, erreicht, jedoch stoßen die Folgen der strikten Ausgabenbegrenzung, insbesondere die Arzneimittelbudgets, sowohl bei Ärzten als auch bei Patienten auf wachsende Kritik. Die Gesundheitspolitik gilt daher nicht als Erfolgsausweis der rot-grünen Regierung. Manches spricht dafür, daß nach den Bundestagswahlen 2002 ein Systemwechsel in der GKV ins Haus steht, nämlich ein Schub hin zur Privatisierung der Krankenbehandlungskosten.

Neue Akzente und Kontinuitäten

Der gesundheitspolitische Einstieg der rot-grünen Koalition konnte sich durchaus sehen lassen.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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