Ausgabe Juli 2001

Die Weltkonjunktur zwischen Wachstumsschwäche und Rezension

Bis Ende letzten Jahres konnte man optimistisch sein: Während in den USA ein langer Aufschwung zu Ende ging, schienen sich in Asien und in Europa die Auftriebskräfte zu verstärken. Die seit einigen Monaten spürbare Konjunkturverlangsamung in Europa und der erneute Rückfall in Japan nähren jedoch Befürchtungen, dass es auch anders kommen könnte. Das optimistische Szenario einer sich rasch wieder fangenden kurzen Abschwächung war allerdings von Anfang an wenig realistisch, weil es voraussetzte, dass die Wachstumsbelebung außerhalb der USA vor allem durch eine starke Binnennachfrage der jeweiligen Länder und Regionen getragen würde. Dies ist aber zu keinem Zeitpunkt der Fall gewesen – die Belebungstendenzen außerhalb der USA beruhten überwiegend auf der robusten Importnachfrage der USA, welche durch den starken Dollar zusätzlich stimuliert wurde.

Die Daten (Tabelle siehe pdf) korrigieren einen Eindruck, der sich vielfach in den letzten Jahren verbreitet hatte: Die USA blicken auf einen zwar relativ langen (etwa neun Jahre), aber vor allem anfangs verhaltenen Konjunkturaufschwung zurück, der in der zweiten Jahreshälfte 2000 ausgelaufen ist. Von einem Ende des Konjunkturzyklus und einem immer währenden Aufschwung kann keine Rede sein. Nur in wenigen Jahren lag das US-amerikanische Wachstumstempo deutlich über dem europäischen.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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