Ausgabe Juli 2003

Indonesische Puppenspieler

Wenige Tage nach Beginn der Militäroffensive in Aceh, der ressourcenreichen Konfliktregion im Nordosten des indonesischen Inselreiches, wurde dort die Menschenrechtsaktivistin Cut Nur Asikin verhaftet. Wie ein Polizeisprecher in Aceh erklärte, könnte Cut Nur wegen Verletzung der Antiterrorgesetzgebung angeklagt werden. Hier zeigt sich im momentanen Spotlight internationaler Aufmerksamkeit auf die Krisenregion deutlich, wovor Menschenrechtsorganisationen schon lange gewarnt haben: Die nach den verheerenden Bali-Attentaten verabschiedete Antiterrorgesetzgebung wird genutzt, um gegen unliebsame Oppositionelle vorzugehen.1

Seit geraumer Zeit zeigen sich in Indonesien restaurative Kräfte vornehmlich im Bereich der Sicherheitskräfte im Aufwind. Für das Wiedererstarken des Militärs ist der augenfälligste Ausdruck die Tatsache, dass mit der Intervention gegen die Bewegung Freies Aceh (GAM) die größte Militäroperation seit der indonesischen Besetzung Osttimors 1975 begonnen wurde. Und auch hinter der konflikteskalierenden Entwicklung in der gleichfalls ressourcenreichen Provinz Papua scheinen Sicherheitskräfte sowie der Staatliche Nachrichtendienst (BIN) treibendes Moment zu sein. Hier forciert die indonesische Regierung derzeit - entgegen anders lautenden Bestimmungen im neuen Gesetz zur Sonderautonomie für Papua - ihre divide et impera-Politik in Form einer unilateral angeordneten Teilung der Provinz.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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