Ausgabe Dezember 2004

Pazifische Drift

Die APEC zwischen Bi- und Multilateralismus

Mit der 1989 gegründeten Asia-Pacific Economic Cooperation (APEC) sollte das "Pazifische Jahrhundert" eingeläutet werden. Der Pacific-Hype wurde jedoch bald von handelspolitischen Grabenkriegen abgelöst. Fünfzehn Jahre nach Gründung und ein Jahrzehnt nach den entscheidenden Gipfeln von Seattle und Bogor stellt sich deshalb die Frage: Was hat die APEC erreicht?

Mit der 1989 gegründeten Asia-Pacific Economic Cooperation (APEC) sollte das "Pazifische Jahrhundert" eingeläutet werden. Der Pacific-Hype wurde jedoch bald von handelspolitischen Grabenkriegen abgelöst. Fünfzehn Jahre nach Gründung und ein Jahrzehnt nach den entscheidenden Gipfeln von Seattle und Bogor stellt sich deshalb die Frage: Was hat die APEC erreicht? Fest steht: Die Bilanzen der beteiligten Akteure sind höchst unterschiedlich. Hinzu kommt, dass gegenwärtig, nicht zuletzt durch die Entwicklung seit dem 11. September, neue Themen die Agenda dominieren. Wie andere multilaterale Organisationen wird auch die APEC heute von der neuen Bilateralismus- Welle massiv gefährdet.

Vor 15 Jahren sah das noch ganz anders aus. Rückblickend erscheint die APEC-Gründung somit eher als Ergebnis, denn als Auslöser transpazifischer wirtschaftlicher Aktivitäten.1 Bis in die 80er Jahre stieg die weltwirtschaftliche Bedeutung des transpazifischen Handels kontinuierlich an.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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