Ausgabe November 2007

25 Jahre kommerzielle Gentechnik

Die Kommerzialisierung neuer Biotechnologien, deren wesentliches Merkmal die gezielte Bearbeitung und Rekombination lebender Organismen oder ihrer zellulären und subzellulären Bestandteile ist, kann auf eine mittlerweile 25jährige Geschichte zurückblicken, die 1982 mit der Markteinführung von Humaninsulin als dem ersten gentechnisch hergestellten Produkt begann. Die zunächst regelrecht euphorischen Erwartungen der Industrie auf eine neue Schlüssel- und Querschnittstechnologie mit schnellen und einschneidenden kommerziellen Durchbrüchen in verschiedenen Anwendungsfeldern haben sich allerdings nicht erfüllt.1 Biotechnologische Methoden, Verfahren und Produkte konnten sich in größerem Stil nur im Pharmasektor etablieren. Daneben haben sie seit den 90er Jahren auch in der hochkonzentrierten agrochemischen Industrie vornehmlich bei der Herstellung transgenen Saatguts an Bedeutung gewonnen. Dies ist freilich ein vergleichsweise kleiner, wenn auch äußerst einflussreicher Markt, den der US-amerikanische Hersteller Monsanto mit einem Weltmarktanteil von rund 80 Prozent eindeutig beherrscht.2

Im Pharmasektor haben neue Biotechnologien zum einen das technologische Profil und die Wissensbasis signifikant verändert – neben die chemische Synthese sind biotechnologische Methoden und Verfahren als wichtige neue Instrumente der Forschung, Entwicklung und Produktion getreten. Darüber hinaus haben sie dort auch neue Produkte hervorgebracht.

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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