Ausgabe November 2007

25 Jahre kommerzielle Gentechnik

Die Kommerzialisierung neuer Biotechnologien, deren wesentliches Merkmal die gezielte Bearbeitung und Rekombination lebender Organismen oder ihrer zellulären und subzellulären Bestandteile ist, kann auf eine mittlerweile 25jährige Geschichte zurückblicken, die 1982 mit der Markteinführung von Humaninsulin als dem ersten gentechnisch hergestellten Produkt begann. Die zunächst regelrecht euphorischen Erwartungen der Industrie auf eine neue Schlüssel- und Querschnittstechnologie mit schnellen und einschneidenden kommerziellen Durchbrüchen in verschiedenen Anwendungsfeldern haben sich allerdings nicht erfüllt.1 Biotechnologische Methoden, Verfahren und Produkte konnten sich in größerem Stil nur im Pharmasektor etablieren. Daneben haben sie seit den 90er Jahren auch in der hochkonzentrierten agrochemischen Industrie vornehmlich bei der Herstellung transgenen Saatguts an Bedeutung gewonnen. Dies ist freilich ein vergleichsweise kleiner, wenn auch äußerst einflussreicher Markt, den der US-amerikanische Hersteller Monsanto mit einem Weltmarktanteil von rund 80 Prozent eindeutig beherrscht.2

Im Pharmasektor haben neue Biotechnologien zum einen das technologische Profil und die Wissensbasis signifikant verändert – neben die chemische Synthese sind biotechnologische Methoden und Verfahren als wichtige neue Instrumente der Forschung, Entwicklung und Produktion getreten. Darüber hinaus haben sie dort auch neue Produkte hervorgebracht.

Sie haben etwa 19% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 81% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2026

In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema Technologiepolitik

Aliens unter uns?

von Ferdinand Muggenthaler

Es war ein dramatischer Appell an den chinesischen Präsidenten Xi Jinping und Donald Trump, der Ende März in der „New York Times“ erschien. Es ging dabei jedoch nicht um die Klimakrise oder eine Friedenslösung für die Ukraine. Stattdessen forderte der Kommentator Thomas L. Friedman die beiden mächtigen Männer auf, die Künstliche Intelligenz einzuhegen.

Zuckerbergs Kniefall: Meta ist jetzt MAGA

von Johannes Kuhn

Als Donald Trump am 20. Januar zum zweiten Mal den Amtseid ablegte, bot sich ein surreales Tableau: Hinter der Familie des Präsidenten standen Mark Zuckerberg, Elon Musk, Jeff Bezos und Sundar Pichai – die mächtigsten Tech-Tycoons der Welt, vereint im Schatten eines Mannes, der einst als politischer Paria galt.

Prepper mit Milliarden: Das Mindset der Tech-Elite

von Douglas Rushkoff

Eines Tages erhielt ich eine Einladung in ein Superluxusresort, um dort eine Rede zu halten. Nie zuvor war mir ein derart hohes Honorar für einen Vortrag angeboten worden – es entsprach etwa einem Drittel meines Jahresgehalts als Professor an einer staatlichen Hochschule. Und das für ein paar Überlegungen zur „Zukunft der Technologie“.