Ausgabe Februar 2010

Im paschtunischen Sumpf

Obamas "AfPak"-Strategie

Rudyard Kiplings „Großes Spiel“ um den Zugang zum indischen Subkontinent und den warmen Gewässern des Arabischen Meeres dauert an. Im 19. Jahrhundert waren das kaiserliche Russland und Britisch-Indien die Spieler. Mittlerweile sind viele neue Akteure, aber wenig neue Themen hinzugekommen. Vergessen ist dabei keineswegs, dass Großbritannien in der frühen Kolonialzeit einer der großen Mitspieler am und um den Hindukusch gewesen ist. Es überrascht daher nicht, dass die Regierung in London seit dem 28. Januar als Gastgeber für eine internationale Afghanistan-Konferenz auftritt und damit erneut ihre erheblichen Interessen an diesem strategischen Knotenpunkt kundgibt.

Was dagegen die Vereinigten Staaten betrifft, so waren sie während des 19. Jahrhunderts in der Region kaum engagiert. Im 20. Jahrhundert beteiligten sie sich indirekt, durch Stellvertreter, am dortigen Geschehen. Diese mittelbare US-Präsenz nahm schließlich die Form geheimdienstlicher Verbindungen zwischen der CIA und der pakistanischen ISI (Inter-Services Intelligence) an und mündete in verdeckte Waffenlieferungen für die afghanischen Mudschaheddin. Die Sojetunion sollte, wie Zbigniew Brzezinski, von 1977 bis 1981 Präsident Carters Nationaler Sicherheitsberater, offen erklärte, am Hindukusch sein Vietnam erleben. Erst nach den Ereignissen des 11.

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