Ausgabe Mai 2011

Der lange Arm der Kokainkartelle

Mexikos gescheiterter Antidrogenkrieg

Vier Jahre nachdem Präsident Felipe Calderón den mexikanischen Drogenhandelsorganisationen den „Krieg“ erklärt hat, deute nichts darauf hin, dass die Regierung diesen Konflikt für sich entscheiden könnte. Im Gegenteil: Die zunehmende Brutalisierung der Auseinandersetzungen geht mit einem rasant steigenden Blutzoll einher, seit die Regierung ein massives Militäraufgebot gegen diverse Hochburgen des organisierten Verbrechens in Marsch gesetzt hat. Statt die Gewaltwelle zu brechen, hat die staatliche Gegenstrategie wesentlich zu deren Eskalation und mithin zur Verschlechterung der öffentlichen Sicherheitslage beigetragen.

Dass mexikanische Drogenschmugglerbanden binnen zweier Dekaden zu den mächtigsten Akteuren des organisierten Verbrechens in der westlichen Hemisphäre aufsteigen konnten, liegt in erster Linie an der geographischen Nähe zu den Vereinigten Staaten, dem weltweit lukrativsten Absatzmarkt für illegale Suchtstoffe. Bevor die berühmt-berüchtigten kolumbianischen Drogenkartelle von Medellín und Cali bei ihrer Suche nach einer Alternative zu den traditionellen Schmuggelrouten durch die Karibik die mexikanische Grenze zu den USA ins Visier nahmen, existierten in Mexiko noch keine großen Drogenhandelsorganisationen.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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