Ausgabe Mai 2011

Seltene Erden: Legende und Wahrheit

Chinas Aufstieg bewegt die Welt. Seine Macht ist durch sein Monopol in der Seltenerd-Produktion wieder deutlich geworden. Doch die aktuelle Knappheit Seltener Erden ist weniger Ergebnis chinesischer Machtpolitik, sondern westlicher Fehlleistungen.

Seltene Erden, oft auch als Seltenerdmetalle oder Seltenerden bezeichnet, sind der Rohstoff der Zukunft. Die Gruppe von 17 Metallen wird vor allem für die Produktion umweltfreundlicher Technologien und Computerkomponenten benötigt. Aufgrund ihrer Eigenschaften werden sie beispielsweise bei der Herstellung von Handys, Laptops oder Energiesparlampen verwendet. So wird etwa das Metall Neodym für die derzeit leistungsstärksten Neodym-Magneten benötigt. Diese Magneten sind für den Bau von Windenergieanlagen oder Hybrid-Autos unentbehrlich, aber auch für zahlreiche militärische Produkte, etwa in Raketensteuerungssystemen oder in Bauteilen für Kampfflugzeuge.[1]

Der Boom erneuerbarer Energien und innovativer Technologien lässt weltweit den Bedarf an Seltenen Erden steigen. Seit 2000 hat sich die Nachfrage nahezu verdreifacht. Spitzenreiter unter den Verbrauchern ist mit Abstand China, gefolgt von den Abnehmern Japan, Europa und USA.

Während die Nachfrage ungebremst zunimmt, kommt das Angebot kaum hinterher. Mit 97 Prozent der globalen Produktion stammt es fast ausschließlich aus China. Doch nun beschränkt die Volksrepublik den Export zunehmend.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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