Ausgabe Mai 2016

Zur Aktualität des Pazifismus

Vor 71 Jahren, am 8. Mai 1945, endete der Zweite Weltkrieg in Europa. Das Datum steht gleichsam für das Ende des Naziregimes wie auch für den Beginn der friedlichen europäischen Integration, die schließlich in die Europäische Union mündete.

Dass wir seit mehr als sieben Jahrzehnten weitgehend friedlich in Europa zusammenleben, wäre eigentlich ein Grund zum Feiern, gäbe es nicht eine wachsende Zahl gewaltsamer Konflikte und Kriege „vor der europäischen Haustür“, deren Folgen wir uns kaum entziehen können: in der Türkei, der Ukraine, in Syrien sowie in Nordafrika. Hinzu kommen Attentate inmitten europäischer Hauptstädte, die inzwischen sogar schon die Forderung nach kriegerischer Vergeltung nach sich ziehen.

Das alles zeigt: Das Ende kriegerischer Gewalt und der Friede sind noch immer keine Selbstverständlichkeit – auch nicht in Europa. Umso dringlicher braucht es heute eine Friedensbewegung, die den Krieg prinzipiell ablehnt und danach strebt, bewaffnete Konflikte zu verhindern und die Voraussetzungen für dauerhaften Frieden zu schaffen.

Doch seit Jahren gilt die Friedensbewegung gemeinhin als überlebt oder nicht mehr existent. In den Medien heißt es meist, sie sei weit entfernt von einstiger Größe, längst habe sie ihre politische Bedeutung verloren und obendrein sei sie von inneren Streitigkeiten geschwächt.

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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