Ausgabe September 2016

Die drei Schlachtfelder des IS

Derzeit bestätigen die Ereignisse in mehreren Ländern, was viele von uns in den vergangenen zwei Jahren öffentlich und im Privaten gesagt haben: Der Islamische Staat (IS) ist keine ernst zu nehmende militärische Kraft und bildet keine legitime souveräne Einheit. Sobald man ihn ernsthaft auf jenen drei Schlachtfeldern konfrontierte, auf denen er operiert, würde er so sicher vergehen wie der Dunst des frühen Morgens. Dies zeigt sich immer deutlicher, und so werden die bestehenden „Staaten“ oder „Kalifate“, die der IS in Teilen Syriens, Libyens und des Iraks unterhält, bald verschwinden. Umso wichtiger wird es in den kommenden Jahren sein, die Beziehung zwischen den drei Schlachtfeldern zu erkennen, die sein Leben und – letzten Endes – seinen Tod bestimmen.

Erst in den letzten etwa sechs Monaten begannen ernsthafte Angriffe auf die vom IS gehaltenen Städte in Syrien, Libyen und dem Irak. Dabei agierten ausländische Luftstreitkräfte gemeinsam mit massiven Bodentruppen unterschiedlichen lokalen Ursprungs (irakisch, syrisch, kurdisch, libysch und iranisch bzw. vom Iran unterstützt). Wenig überraschend wurden die Kräfte des IS besiegt und zum Rückzug gedrängt. Wir sehen jetzt: Der rein militärischen Dimension dieser kriminellen Gruppe lässt sich am einfachsten beikommen.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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