Ausgabe September 2016

Die drei Schlachtfelder des IS

Derzeit bestätigen die Ereignisse in mehreren Ländern, was viele von uns in den vergangenen zwei Jahren öffentlich und im Privaten gesagt haben: Der Islamische Staat (IS) ist keine ernst zu nehmende militärische Kraft und bildet keine legitime souveräne Einheit. Sobald man ihn ernsthaft auf jenen drei Schlachtfeldern konfrontierte, auf denen er operiert, würde er so sicher vergehen wie der Dunst des frühen Morgens. Dies zeigt sich immer deutlicher, und so werden die bestehenden „Staaten“ oder „Kalifate“, die der IS in Teilen Syriens, Libyens und des Iraks unterhält, bald verschwinden. Umso wichtiger wird es in den kommenden Jahren sein, die Beziehung zwischen den drei Schlachtfeldern zu erkennen, die sein Leben und – letzten Endes – seinen Tod bestimmen.

Erst in den letzten etwa sechs Monaten begannen ernsthafte Angriffe auf die vom IS gehaltenen Städte in Syrien, Libyen und dem Irak. Dabei agierten ausländische Luftstreitkräfte gemeinsam mit massiven Bodentruppen unterschiedlichen lokalen Ursprungs (irakisch, syrisch, kurdisch, libysch und iranisch bzw. vom Iran unterstützt). Wenig überraschend wurden die Kräfte des IS besiegt und zum Rückzug gedrängt. Wir sehen jetzt: Der rein militärischen Dimension dieser kriminellen Gruppe lässt sich am einfachsten beikommen.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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