Ausgabe Januar 2017

Von Lenin bis Castro: Die Dialektik des Scheiterns

Am 25. November 2016 starb Fidel Castro. Sein Begräbnis war der letzte Akt der Geschichte des Kommunismus des 20. Jahrhunderts. Diese Epoche wurde geprägt durch Führungspersönlichkeiten, die mit einem besonderen Charisma ausgestattet schienen. Dabei hatte sich speziell Fidel Castro, so bitter dies festzustellen ist, politisch schon lange selbst überlebt. Seine Ausstrahlung aber hatte er, obschon schwer gezeichnet durch Krankheit und Verfall, nie ganz verloren. Die Ideen, denen er sich verpflichtet sah, sein Kampfes- und Gestaltungswille wirkten nach wie das Strahlen eines längst verloschenen Sterns. Castro war aus der Zeit gefallen, oder genauer: Die Zeit, das neue 21. Jahrhundert, hatte ihn hinter sich gelassen.

 Was vor fast genau einhundert Jahren, mit der Rückkehr Lenins im April 1917 aus dem Schweizer Exil, begann, nämlich die charismatische Geschichte des Kommunismus, fand so mit dem Tode Castros sein spätes Ende.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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