Ausgabe Juni 2017

Nordkorea: Im Teufelskreis der Abschreckung

Der Konflikt um das nordkoreanische Nuklear- und Raketenprogramm hat sich in den vergangenen Wochen dramatisch zugespitzt. Um den Druck auf Nordkorea und dessen Verbündeten China zu erhöhen, drohte US-Präsident Donald Trump mit einem Alleingang und entsandte einen Flugzeugträger in Richtung der koreanischen Halbinsel. Zudem begannen die US-Streitkräfte in Südkorea mit dem Aufbau des umstrittenen Raketenabwehrsystems THAAD.[1] Umgekehrt führte Nordkorea eine Serie von Raketentests aus und drohte mit weiteren Atomtests.

Die jüngste Eskalation zeigt aufs Neue, dass Washingtons Politik gegenüber Nordkorea nicht geeignet ist, eine friedliche Lösung der Nuklear- und Raketenproblematik herbeizuführen.

Zwar sind Trumps Äußerungen gegenüber der Staatsführung in Pjöngjang durchaus doppeldeutig: So erklärte sich dieser Anfang Mai grundsätzlich bereit, sich mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un zu treffen – was sein Sprecher Sean Spicer allerdings umgehend relativierte. Und der amerikanische Außenminister Rex Tillerson ließ wissen, ein regime change in Nordkorea sei nicht das Ziel seiner Regierung.

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