Ausgabe Mai 2019

Alles ändern, damit die Welt bleiben kann

In Erinnerung an Leben und Werk von Elmar Altvater

Am 1. Mai 2018 starb der bedeutende politische Ökonom Elmar Altvater. Auf einem zu seinen Ehren veranstalteten zweitägigen Symposium, »Der Springpunkt der Politischen Ökonomie. Das Kapital gegen Arbeit und Natur«, rekonstruierte seine langjährige Lebenspartnerin Birgit Mahnkopf in ihrem einleitenden Vortrag die lebensweltlichen und politischen Hintergründe, die dazu führten, dass Elmar Altvater die Kritik der Politischen Ökonomie in das Zentrum seines wissenschaftlichen Arbeitens stellte – und was dies für sein politisches Engagement bedeutete. Auf diese Weise entstand am Beispiel Elmar Altvaters eine herausragende linke Intellektuellengeschichte der Bundesrepublik. – D. Red.

Ein Jahr bevor die deutsche Armee in Polen einmarschierte und Europa – nur 20 Jahre nach dem Ende des fürchterlichen Ersten Weltkriegs – ein zweites Mal verwüstete, wurde Elmar am 24. August 1938 in der Bergarbeiterstadt Kamen geboren, dort, wo das Eisen und der Stahl für den Eroberungskrieg der deutschen Wehrmacht herkamen. Kein Wunder, dass er seine Kindheit als eine Zeit des Hungers und der Angst erinnerte. Denn unmittelbar nach der Bombardierung Rotterdams und Coventrys durch die deutsche Wehrmacht im Mai 1940 hatten die Alliierten mit Luftangriffen auf die Rhein-Ruhr-Region begonnen.

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