Ausgabe Mai 2020

Für eine nachhaltige Risikokultur: Corona als Chance

Ein Seiltänzer über einem Abgrund

Bild: Loic Leray / Unsplash

Epidemien und Pandemien begleiten die Menschen schon seit Jahrtausenden. Doch zu Beginn des 21. Jahrhunderts führen die extreme Beschleunigung des Lebens, die Intensivierung des internationalen Geschäftsverkehrs sowie der Massentourismus zu einer rasenden Ausbreitung der Epidemien zwischen Ländern und Kontinenten, wobei Kriege und Bürgerkriege unverändert als Brandbeschleuniger fungieren.[1] Aus diesem Grund sind solche Ereignisse stets auch in einem internationalen Kontext zu betrachten.

SARS-CoV-2 und Covid-19 haben die Politik weltweit dazu bewogen, einen erheblichen Teil der planetaren Gesellschaften nahezu stillzulegen. Betroffen sind diesmal auch besonders wirtschaftsstarke Staaten, die arbeitsteilig eng miteinander verflochten sind, was die Krise erheblich verschärft. Selbst die „Spanische Grippe“ mit vermutlich über 50 Millionen Toten zwischen 1918 bis 1920 hatte keine so drastischen, durch staatliche Dekrete verfügte, das gesamte gesellschaftliche Leben einschränkende Auswirkungen.

Eskalierende Infektionsgeschehen sind der in Friedenszeiten „größtmögliche Stresstest“ für Staat und Gesellschaft.[2] Insbesondere geraten dabei auch die Sektoren kritischer Infrastrukturen in den Fokus.

Mai 2020

Sie haben etwa 8% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 92% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Erfahrung der Freiheit: Die Kinder von Tschernobyl

von Olga Bubich

Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl traf die armen Regionen in Belarus besonders hart. Gut eine Million Kinder aus den verstrahlten Gebieten konnten über humanitäre Programme jahrelang ein paar Wochen in anderen europäischen Ländern verbringen.

Deutschland: Planlos in den Hitzesommer

von Nick Reimer

Nur knapp schrammte Deutschland Anfang Juli an einem neuen Hitzerekord vorbei. Mit über 35 Grad in weiten Teilen des Landes war es in der ersten Hitzewelle des Jahres flächendeckend viel zu warm. Statt aber den Klimaschutz endlich ernst zu nehmen, will die schwarz-rote Bundesregierung neue fossile Gaskraftwerke mit 20 000 Megawatt Leistung bauen.