Ausgabe Juli 2023

Queer in Uganda: Backlash für die Menschenrechte

Queere Geflüchtete aus Uganda in einem Camp in Kenia, 14.10.2018 (IMAGO / ZUMA Wire / Sally Hayden)

Bild: Queere Geflüchtete aus Uganda in einem Camp in Kenia, 14.10.2018 (IMAGO / ZUMA Wire / Sally Hayden)

Ende Mai ist in Uganda das sogenannte Anti-Homosexuellen-Gesetz in Kraft getreten – es ist eines der schärfsten Gesetze gegen die LGBTQI-Gemeinde weltweit. „Eine Person, die die Straftat der schweren Homosexualität begeht, muss im Fall einer Verurteilung den Tod erleiden“, steht darin. Gemeint ist der gleichgeschlechtliche Akt mit Minderjährigen, Behinderten oder älteren Personen über 75 Jahre. Zwar wird die Todesstrafe in Uganda schon lange nicht mehr umgesetzt. Dennoch verschärft das Gesetz die Situation für die LGBTQI-Gemeinde massiv. Es richtet sich jedoch nicht nur gegen Homosexuelle, sondern gegen alle Menschen- und Freiheitsrechte des Landes.

„Wir machen dieses Gesetz für uns selbst. Wir machen dieses Gesetz für unsere Kinder. Dieses Land wird dafür sorgen, dass Homosexuelle in Uganda keinen Platz haben“, wettert der ugandische Abgeordnete und Staatsminister für Arbeit und Transport, Musa Ecweru, im voll besetzten Parlamentssaal. Seine rund 390 Amtskollegen jubeln. Da steht eine weitere Volksvertreterin auf und zitiert Leviticus-Verse aus dem Alten Testament. „Darin heißt es, dass diejenigen, die diesen Akt begehen, getötet werden müssen, richtig?“, fragt sie in die Runde und wendet sich dann an Ugandas Parlamentsvorsitzende Anita Among: „Sehr geehrte Parlamentsvorsteherin, in meinem Wahlkreis werden sie ohnehin gesteinigt, wenn sie einen solch unmoralischen Akt begehen.

»Blätter«-Ausgabe 7/2023

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