Ausgabe März 2025

Ertüchtigung zum Frieden

Warum wir dem »subjektiven Faktor« im Krieg mehr Beachtung schenken müssen

Fahne mit Friedenstaube bei einer Friedensdemonstration in Berlin, 3.10.2024 (Christian Ender / IMAGO / PIC ONE)

Bild: Fahne mit Friedenstaube bei einer Friedensdemonstration in Berlin, 3.10.2024 (Christian Ender / IMAGO / PIC ONE)

Mit dem russländischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, den zunehmenden Spannungen um Taiwan und den vielen anderen Konflikten auf der Welt haben Rüstung und Militär in den vergangenen Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Dagegen drohen die Erkenntnisse und Erfolge der Friedens- und Konfliktforschung immer mehr ins Hintertreffen zu geraten, wie auch die internationalen Organisationen und Institutionen zur Förderung des Friedens. Diese entstanden, was häufig vergessen wird, erst vor rund einhundert Jahren. Eine entscheidende Rolle spielte dabei der verheerende Erste Weltkrieg. In seiner Folge wurde der Völkerbund gegründet, doch der Wunsch nach Frieden ging weit darüber hinaus. So sind auf dem Grundstein des ersten Gebäudes der 1919 gegründeten Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) die Worte eingraviert: „Si vis pacem cole iustitiam“ – „Wenn Du Frieden willst, sorge für Gerechtigkeit“; gemeint sind damit die Arbeits- und Sozialverhältnisse. 

Ein generelles Verbot von Krieg und militärischer Gewalt zwischen den Staaten wurde allerdings erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs völkerrechtlich verankert, mit der Annahme der UN-Charta als der Verfassung der Vereinten Nationen.

»Blätter«-Ausgabe 3/2025

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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