Bild: Maik Tändler: Armin Mohler und die intellektuelle Rechte in der Bonner Republik. Cover: Wallstein
Studien zur extremen Rechten blieben in der Geschichtswissenschaft lange randständig, dabei eröffnet der Forschungsgegenstand vielfältige Perspektiven auf zeithistorische Fragen. Wie eine gelungene Darstellung den Zeitabschnitt über die Kernfrage hinaus aufzuhellen vermag, zeigt Maik Tändlers Studie über »Armin Mohler und die intellektuelle Rechte in der Bonner Republik«. Tändler, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Münchner Institut für Zeitgeschichte (IfZ), hat sich mit Mohler nicht nur einen zentralen Protagonisten der äußersten Rechten in der alten Bundesrepublik vorgenommen. Die Biografie des Autors und Politikstrategen dient ihm zugleich als »Sonde« zur Rekonstruktion einer »intellektuellen Rechten im weiten Feld konservativer Politik und Publizistik«. Angesichts der zahlreichen Kontakte Mohlers als Leiter der Münchner Siemens Stiftung führt das zwangsläufig zu Exkursen, doch Mohlers publizistischer Aufstieg – und späterer Fall – ist ohne politik- und geistesgeschichtliche Rahmung schwer zu verstehen. So ist ein Panorama des rechten Geisteslebens der alten Bundesrepublik entstanden. Da Mohlers Weg bislang vor allem durch die eigenen Gefolgsleute mehr verklärt als erforscht wurde, ist das eine verdienstvolle Leistung.
Die Darstellung beginnt 1967 mit der Verleihung des Adenauer-Preises durch die rechtskonservative Deutschland-Stiftung an Mohler.