Ausgabe Februar 2026

Venezuela und der Don im Weißen Haus

Wie Trump versucht, Lateinamerika zu beherrschen

Trump nimmt im Weißen Haus die Friedensnobelpreismedaille von María Corina Machado entgegen, 15.1.2026 (IMAGO / Bestimage)

Bild: Trump nimmt im Weißen Haus die Friedensnobelpreismedaille von María Corina Machado entgegen, 15.1.2026 (IMAGO / Bestimage)

Mit dem Militärschlag gegen Venezuela hat die Trump-Regierung demonstriert, dass sie die Dominanz der USA in der »westlichen Hemisphäre« auch mit Gewalt durchsetzen will. Dabei beruft sie sich nicht – im Unterschied zu US-Interventionen in der Vergangenheit – auf demokratische Werte. Die lateinamerikanischen Länder haben aber andere Optionen, als sich dem US-Herrschaftsanspruch zu unterwerfen.

Donald Trump hat sein Ziel, die USA nicht nur wieder großartig (»great again«), sondern auch größer zu machen, nie verhehlt. Doch als er vor einem Jahr ankündigte, Panama, Grönland und womöglich Kanada unter seine Kontrolle zu bringen, schienen das noch großspurige Fantasien, die bald an der Realität zerschellen würden. Inzwischen wissen wir: Statt sich zu mäßigen, eskaliert Trump seine Drohungen und hat in Venezuela seine Entschlossenheit zu spektakulären Militärschlägen demonstriert. 

Schon zuvor hatte sein Stab die außenpolitischen Gedanken seines Chefs und die Ideologie seiner wichtigsten Ideengeber systematisiert. Das Ergebnis ist in der Anfang Dezember veröffentlichten »Nationalen Sicherheitsstrategie« festgehalten. Darin wird unverblümt auf militärische Stärke gesetzt und als erstes Ziel ausgegeben, die »Vorherrschaft« in der »westlichen Hemisphäre« – gemeint ist der amerikanische Doppelkontinent, wozu die USA auch Grönland zählen – »wiederherzustellen«.[1] Spätestens am 3.

»Blätter«-Ausgabe 2/2026

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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